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Allgemeine Gedanken, vorgetragen am 10. im Ostermond a.U. 128

Ich möchte gern gelassen sein
Und nicht dem Zeitgeist unterliegen,
Von Hetze, Ängsten, mich befrei’n,
Da sie den Alltag nur betrüben.
Von Kleinkram, der damit beginnt,
Daß man schon sonntags Abend spinnt,
Weil man sich vor dem Montag graut,
Den man schlussendlich doch verdaut,
Und sehnt den Freitag schon herbei
Noch vor des Montags Hahnenschrei.
Ach, wer sich so durchs Dasein hangelt,
Verpasst viel Wichtiges im Leben,
Weil’s immer nur an Ruhe mangelt
Wo uns doch ward die Zeit gegeben.

Ich möcht’ Gesundheit jetzt genießen
Als ein Geschenk von großem Wert
Und nicht erst jammernd sie vermissen,
Wenn Unbill einem widerfährt.

Ich möcht’ mich vor der Angst befrei’n,
Daß wir zerstören selbst das Leben,
und fähig bleiben, mich zu freu’n,
Um Hoffnung and’ren auch zu geben.

Ich möcht’ auch nicht nur Körner essen,
Damit der Körper kriegt sein recht,
Und mich an Sportidolen messen,
Denn dabei geht’s der Seele schlecht.

Ich möcht’ von falschen Gurus trennen
Mein denken, denn es ist verfehlt,
Wenn wir nur noch das Diesseits kennen
Und nicht die Zeit danach, die zählt.
So möcht’ an Gutes ich nur glauben!
An Ehrlichkeit, an Freundschaft, Liebe
Und daß nicht Neid, Gewalt, uns rauben
Des Menschen Sehnsucht, nämlich Friede.

Lu-Lu