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Einkleidung des Knappen 154

am 11. im Christmond a.U. 128

Schlaraffen, hört!

Werter Prüfling Dr. Georg PILLER, lieber Knappe 154!

Ein bekannter Braunauer soll vor mehr als tausend Jahren den Ausspruch getan haben:

„Weihnacht — Freude in jedem haus —

Jedes Haus ein Freudenhaus!!“

Und so soll auch der heutige Tag in der Adventszeit für Euch und für uns alle ein ganz besonderer Freudentag, aber auch ein Tag der Besinnung sein.

Anlaß dazu ist ein Ereignis, ein Meilenstein im Leben, der etwa Eurer Geburt oder – noch erfreulicher – vielleicht eurem ersten gelalltem Wort „Auto“ und später „Mama“, Eurer letzten angegackten Windel, Eurem ersten Schultag, Eurem letzten Flirt, Eurer Hochzeit, oder was einem sonst noch im Mannesleben widerfährt, gleichkommt!!

Zu unserer großen Überraschung und wider Erwarten hat die Sassenschaft letzten Freitag Euch, lieber Knappe 154, gekugelt – weiß gekugelt – was, vor Euer geistiges Auge gezerrt, bedeutet, daß Ihr von nun an und hoffentlich für immerdar in unserem edlen Männerbund Heimstatt gefunden habt!!

Schlaraffe zu sein

ist nicht, einem Verein anzugehören, vielleicht sogar einem guten

Verein, unter uns gesagt, dem besten,

ist nicht, „in arte voluptas“, „Kunst, Freundschaft und Humor“ und

„Lulu“ zu schreien und eine Rolandnadel im Revers zu tragen,
Schlaraffe zu sein, ist viel, viel mehr!
Schlaraffia ist, rechtlich gesehen, ein verein; ansonsten ist Schlaraffia eine Philosophie, ein Lebenselixier, eine Lebensart! Alles, was man über Schlaraffia sagen kann, ist nur Stückwerk.

Der Bogen spannt sich vom Born unbändiger Freude und Heiterkeit, von geistiger Erbauung und Tiefe, von menschlicher Wertschätzung und Freundschaft mit all ihren menschlichen Schwächen bis zum Spiel und der Persiflage!

Schlaraffia kann man nicht erklären, Schlaraffia muß man erleben – und leben! Schlaraffe wird man auch nicht durch Kugelung und Ritterschlag – das sind nur vereinstechnische Stationen!

Das Mysterium Schlaraffia begreift man erst in einem lebenslangen Reifeprozeß, an dessen Anfang, lieber Knappe 154, Ihr nun steht!

Was ihr mitzubringen habt, ist viel und wenig zugleich! Eine aufrechte und offene Gesinnung, eine geist- und humorvolle Grundhaltung und eine positive Lebenseinstellung!!! Gaben, die wir in Eurer Prüflingszeit schon ausgelotet haben, und die Ihr in überreichem Maße besitzt! Dazu kommt noch der schlaraffische Bazillus Eures schon „angereiften“ Paten und profanen Schwiegervaters und der Eurer Burgfrau, die, wie wir das bei unseren eigenen Burgmaiden und Burgknappen immer wieder feststellen können, wohl die Ritternamen von Papas Freunden bestens kennen, vielfach aber keine Ahnung von deren profanen Namen haben!!

Es ehrt und freut uns, Euch, lieber Knappe 154, in unser schönes Reych Castrum Brigantium einführen zu dürfen!

Wir sind auch beruhigt, daß nunmehr durch sieben Ärzte und zwei Apotheker die medizinische Minimalversorgung Castrum Brigantiums einigermaßen sichergestellt ist, wobei die große fachärztliche Lücke unseres Freundes CORTEX bedauerlicherweise noch nicht geschlossen werden konnte.

Eure Wirkung auf die Burgfrauen schätzen wir bereits heute sehr positiv ein und bitten, den Test nicht länger als bis zur Uhubaumfeyer aufzuschieben. Die Ausstrahlung Eurer Burgfrau verstärkt sicher die Glanzlichter Castrum Brigantiums und war bestimmt ein wichtiger Grund für Eure „weiße Kugelung“.

So bitten wir Euch, das feyerliche Handgelöbnis abzulegen, stets Euren redlichen Willen zu beweisen, ein „guter und treuer Schlaraffe zu sein“!